Gedichte

Gedichte von mir:

 

Gelassenheit

Ich suche die Gelassenheit, um diese Welt zu ertragen.

Ich finde sie aber nicht und wage nicht danach zu fragen.

 Die Menschheit macht es mir schwer,

gelassen zu werden wie das Meer.

Dem Schöpfer zu vertrauen, sagt man macht gelassen.

Und doch kann ich das Zweifeln einfach nicht lassen.

Manchman wünsch ich nicht so viel zu denken,

dann könnt ich mir mehr Gelassenheit schenken.

Der leidende Mensch

Dunkle Wände türmen sich vor dir auf.

Du siehst nicht darüber, nicht daneben.

Der Geist geht mal runter, mal rauf.

Die Seele will nicht mehr recht leben,

für sie ist alles weg und einfach aus.

Du möchtest die Wand umgehen,

aber die Kraft, die bringst du nicht auf.

Verzweifelt suchst du Licht zu sehen,

aber keines, gar keines ist dort zuhaus.

Dir bleibt nur immer wieder wehren,

damit das Licht nicht ganz bleibt aus.

 

Der Streber.

Er wollte immer, immer ganz oben, ganz oben sein.

Auch die Schulkameraden mussten sich machen klein.

Auch später hat er wie ein Spiel,

alles untergeordnet diesem Ziel.

 

Mit den Ellbogen hat er sich nach vorn gedrückt,

hat wahrgenommen schnell jede Lücke gschickt.

Er hinterliess mal hie und da ein paar Leichen.

Aber was soll's, das Geschäft hat allem zu weichen.

 

Jetzt ist er fünfzig und hat das Zeil erreicht.

Aber nicht so wie er es hat gemeint.

Er ist jetzt ganz, ganz weit doben,

mit einem Herzinfarkt im Spitalhochhaus oben.

 

Gedanken auf der Brücke ...

Ich stehe auf der Brücke und schaue den Zügen zu,

die von hinten und von vorne an mir vorbei brausen.

Ihre Schlusslaternen veschwinden im Dunst nach und nach.

Es ist wie eine Vision des Kommens und Gehens.

 

Ein Zug fällt mir als etwas Besonderes auf.

Er hat statt des roten Schlusslichts am letzten Wagen,

eine Anschrift: Ich fahre in das Land der Liebe und

in das Land der Gerechtigkeit und des Vertrauens.

 

Ich schaue diesem Zug mit der schönen Anschrift lange nach,

bis die Anschrift sich langsam, ganz langsam auflöst,

und nichts mehr zu sehen ist als ein kleiner, winziger Nebel.

Aber in meinem Kopf schwirrt die Anschrift weiter umher.

 

Am anderen Tag sehe ich die Meldung beim Zeitungslesen:

"Merkwürdig ein Zug wird vermisst, man sucht und sucht.

Das Ziel wäre das Land der Liebe und der Gerechtigkeit gewesen.

Leider hat dieser Zug offenbar kein solches Ziel gefunden."

 

Das Rad der Zeit.

Es tut sich immer weiter drehen.

Du kannst dich dagegen nicht wehren.

Das Rad der Zeit es geht und geht.

Du siehst nie, dass es still steht.

 

Wenn man jung ist, mag man nicht warten.

Du möchtest schnell in das Leben starten.

Die Jahre gehen viel zu langsam herum.

Du hast genug vom kommandieren drum.

 

Gehst du gegen die Mitte des Lebens,

sagst du euf einmal mitten im Streben:

"He, he, nicht zu schnell, bleib stehen,

sonst kann ich bald die Welt nicht mehr sehen".

 

Zum Glück, das muss man sehen,

gibt es für keinen etwas mehr.

Bist du klein, gross, arm oder reich.

Das Rad der Zeit ist für alle gleich.

Achtung: Die letzten drei Gedichte kann man auf dieser Web-Seite unter der Rubrik "Berndeutscher Dialekt" auch übersetzt in dieser Mundart lesen.

 

 

Und das ist Liebe ...

Ich habe dich gesehen und es gab einen Knall.

Sofort wusste ich es: du bist mein Fall.

Zum Glück ging es dir auch so,

und wir waren nicht mehr solo.

Und es war Liebe ...

 

Kinder schenkte uns auch das Zusammensein.

Das war schön, aber brachte viel Pflichtbewusstsein.

Du wolltest manchmal so und ich dafür etwas quer.

Trotzdem fiel uns das Versöhnen nie schwer.

Und es war eben Liebe ...

 

Wir stritten und liebten uns heftig manchmal,

und glaubten auseinanderzugehen schon mal.

Aber wir konnten voneinander nicht lassen,

und schon gar nicht den anderen hassen.

Weil es eben Liebe war ...

 

Das Leben machte es uns manchmal so schwer.

Aber es schmiedete uns zusammen noch mehr.

Wir glaubten fest an unsere Liebe.

Und taten alles, dass es so bliebe.

Und das war auch Liebe ...

 

Jetzt sind wir älter und etwas unbeweglich.

Du ziehst mir die Socken an, ganz pfleglich.

Ich reibe dir mit Salbe den Rücken ein,

damit du ohne Schmerzen wirst sein.

Und auch das ist eben Liebe ...

 

Eine Angst ist jetzt immer und immer da.

Trotz Verdrängung, bleibt es ein Dogma.

Du oder ich muss einmal gehen, das bedrückt,

weil eines allein und ganz allein bleibt zurück.

Aber auch das gehört zur Liebe ...

 

 

Ich habe eine etwas andere Art von Gedicht geschrieben: Es wird immer ein Wort beschrieben, welches immer am Schluss des Satzes steht. Sie sind in Emmentaler-Deutsch geschrieben.
Ich möchte solche Gedichte in meine Erzählungen aus meiner Jugendzeit mit dem Titel "Mys Ämmitau" einfügen.
Hier ein Muster. Wie findet ihr das? Auch wenn es "Chabis" für euch ist sagt es mir bei Kontakte. Danke!

ZUFAU
Was isch das iigentlich, e Zufau?
Mi siit gäng sofort, es isch e Zufau.
Odr isch villicht e Schutzängu, dä Zufau?
Aber de wärs ja äbe ke Zufau.

O Wüsseschaftler si sich nid einig übere Zufau.
Si studiere u rätsle über dä Zufau
u grüble u mache es Züg über dä Zufau:
isch es es Zämeträffe vo viem, dä Zufau?

O viu gschidi Lüt rede u hii gredt vom Zufau.
So het scho dr Diogenes vo Sinope gsiit über e Zufau:
"Das sige unvorhergsehni Ereigniss, wo es Sinn hige",aus Zufau.
Ja, isch das ächt so, mit däm  cheibe Zufau?

Oder dr Erzähler Anatole France, siit über e Zufau:
"das siig villicht das Pseudonym Gottes", dä Zufau
"wenn är nid säuber ungerschribe wöu" ,dä Zufau.
O das siit viu über dä verzwickt, merkwürdig Zufau.

We ig zrügg luege uf mis Läbe, de isch einiges gsi e Zufau,
oder söu me däm o Glück oder Päch säge, jedem Zufau.
O di beide Wörter hii äbe das Wort drinne, aus Zufau.
U de wird er äbe sofort Gägeständlich, dä Zufau.

Es giit Lüt, wo säge o ds Läbe siig Zufau.
Gott hiig das gschaffe us luter längwilligem Zufau.
De wär villicht das ganze Universum e Zufau?
U ig u du nume ganz eifach nüt aus Zufau.